Die Lackfräse ist vielseitiger als viele denken – und das liegt nicht allein am Grundgerät, sondern vor allem am Zubehör. Je nachdem, welchen Aufsatz oder welche Walze Sie einsetzen, eignet sich die Maschine für ganz unterschiedliche Materialien und Aufgaben. Wer das Zubehör kennt, kauft gezielter und schont dazu noch die Klingen, weil er nicht das falsche Werkzeug auf den falschen Untergrund setzt.
Wendemesser – der Standardaufsatz für Holz
Die meisten Lackfräsen werden mit Wendemessern ausgeliefert. Diese kleinen Hartmetallplättchen sitzen auf der Walze und heben die Lackschicht auf Holzoberflächen in hauchdünnen Schichten ab. Der große Vorteil: Sie haben vier nutzbare Schneidkanten. Wird eine Kante stumpf, dreht man das Messer einfach weiter. Erst wenn alle vier Seiten verbraucht sind, wird das Messer komplett getauscht.
Wendemesser eignen sich für: Holzböden, Dielen, Treppen, Fensterrahmen, Möbelteile und alle ähnlich weichen bis mittelharten Holzuntergründe. Auf Stein oder Beton werden sie sehr schnell stumpf – dafür sind sie nicht gemacht.
Stahl-Bürstenwalzen – für Rost und hartnäckige Altanstriche
Eine Stahldrahtbürste als Walze ist der richtige Aufsatz, wenn der Untergrund rau, uneben oder metallisch ist. Sie eignet sich gut zum Entfernen von Rost auf Metallflächen, zum Aufrauen glatter Untergründe vor einem neuen Anstrich und zum Abtragen bröseliger, mehrlagiger Altanstriche, bei denen die Oberfläche zu unregelmäßig für Wendemesser wäre.
Wichtig: Stahldrahtbürsten erzeugen sehr viele Funken und Partikel. Tragen Sie Schutzbrille und Handschuhe und arbeiten Sie nicht in der Nähe von brennbaren Materialien. Auf empfindlichen Holzoberflächen sollten Sie Stahldrahtbürsten meiden – sie hinterlassen tiefe Rillen in der Maserung.
Nylon-Bürstenwalzen – sanfter, aber trotzdem effektiv
Nylonbürsten sind die ruhigere Alternative zur Stahldrahtbürste. Sie eignen sich zum Reinigen und Aufrauen von Holzoberflächen ohne aggressiven Abtrag, zum Abtragen von morschen oder verwitterten Holzschichten, etwa auf Gartenmöbeln oder Fassadenverkleidungen, und für Oberflächen, die im Anschluss geölt oder gewachst werden sollen und eine gewisse Struktur behalten dürfen.
Nylonbürsten sind robuster als Wendemesser auf unebenen Flächen, weil sie nachgeben, anstatt zu brechen. Wenn der Untergrund nicht makellos eben ist – Astlöcher, kleine Ausbisse, unebene Dielen – sind sie die sicherere Wahl.
Hartmetall-Fräsköpfe – für Beton, Estrich und Stein
Wer Lack, Farbe oder Beschichtungen von mineralischen Untergründen entfernen möchte, braucht Hartmetall. Diese Walzen oder Fräsköpfe sind deutlich härter als Standardmesser und halten dem abrasiven Kontakt mit Beton oder Stein stand. Sie werden vor allem für Garagenböden, Kellerwände und Betonterrassen eingesetzt.
Nicht jede Lackfräse unterstützt Hartmetallaufsätze – prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ihre Maschine dafür ausgelegt ist. Die Befestigung muss zur Walzenaufnahme passen, und der Motor muss kräftig genug sein, um den größeren Widerstand zu überwinden. Leistungsschwache Geräte überhitzen bei dieser Arbeit schnell.
Schleifaufsätze und Schleifwalzen
Einige Hersteller bieten Schleifwalzen an, die auf der Lackfräse montiert werden können. Damit lässt sich die Maschine ähnlich wie ein Bandschleifer einsetzen – mit dem Vorteil, dass man keine separate Maschine braucht. Die Körnung bestimmt den Einsatzbereich: grob (40–60) für den ersten Abtrag, fein (80–120) fürs Finish vor dem Neuanstrich.
Schleifwalzen verschleißen schneller als Wendemesser und sind auf langen Geraden weniger präzise. Sie empfehlen sich vor allem für Nacharbeiten und Übergangsbereiche, nicht als Hauptwerkzeug für das Abbeizen großer Flächen.
Wie finde ich das richtige Zubehör für mein Gerät?
Zubehör ist leider nicht universell – jede Lackfräse hat eigene Walzenabmessungen und Befestigungssysteme. Am sichersten fahren Sie mit Original-Zubehör des Herstellers oder mit Produkten, die explizit als kompatibel ausgewiesen sind. Im Zweifelsfall hilft ein Anruf beim Hersteller-Support mit der Modellnummer weiter. Günstiges No-Name-Zubehör sitzt oft nicht präzise genug und kann bei hohen Drehzahlen zu einer echten Gefahr werden.
Als Faustregel gilt: Holz auf Wendemesser, Metall und Rost auf Stahldraht, verwittertes Holz auf Nylon, Beton und Stein auf Hartmetall. Damit sind die allermeisten Alltagsaufgaben abgedeckt.