Beton und Naturstein werden häufig mit Farbe oder Schutzlack gestrichen – Garagenböden, Kellerwände, Eingangsbereiche und Fassaden. Irgendwann ist dieser Anstrich nicht mehr schön oder haftet so schlecht, dass ein neuer Anstrich drüber keinen Sinn ergibt. Das komplette Entfernen ist dann die einzige Lösung, die langfristig trägt. Eine Lackfräse eignet sich für diese Arbeit, wenn der Untergrund flach und zugänglich ist – sie ist schneller als chemische Abbeizmittel und hinterlässt einen sauberen, gut haftenden Untergrund.
Wann lohnt sich eine Lackfräse auf Beton?
Auf Betonböden – Garage, Keller, Werkstatt – ist die Lackfräse eine effiziente Wahl, solange der Beton nicht stark gerissen oder stark porös ist. Bei groben Unebenheiten kommt das Gerät nicht überall gleichmäßig auf, und es entstehen unbehandelte Stellen. Einen Riss von 5 mm Breite überfährt die Fräse, ohne hineinzukommen – dort hilft dann nur ein Schaber oder ein schmaler Meißel nach.
Auf Wandflächen aus Beton oder Naturstein ist die Lackfräse ebenfalls einsetzbar, erfordert aber etwas mehr Kraft und Geduld in der Führung, weil man senkrecht arbeitet. Für große Fassadenflächen lohnt sich der Aufwand, für kleine Fensterleibungen eher ein Schaber oder Heißluftfön.
Das richtige Zubehör für Stein und Beton
Auf Holz arbeitet die Lackfräse mit Wendemessern. Auf mineralischen Untergründen wie Beton, Stein oder Estrich sollten Sie stattdessen auf Modelle mit Hartmetall-Fräswalzen oder Stahlbürstenaufsätzen setzen – die halten den abrasiven Kräften deutlich besser stand. Wenden Sie sich mit der Modellbezeichnung Ihrer Maschine an den Fachhandel, um passendes Beton-Zubehör zu bekommen. Normale Holzmesser sind für diese Arbeit nicht geeignet und werden sehr schnell stumpf.
Vorbereitung und Schutz
Tragen Sie beim Abbeizen von Betonuntergründen unbedingt eine Feinstaubmaske (mindestens FFP2, besser FFP3) und eine Schutzbrille. Betonstaub ist feiner als Holzstaub und bleibt länger in der Luft. Schließen Sie, wenn möglich, den Arbeitsbereich von angrenzenden Wohnräumen ab.
Achten Sie bei älteren Gebäuden darauf, ob der Bodenanstrich eventuell Teer- oder PAK-haltig ist – das war in Kellern und Garagen bis in die 1970er-Jahre üblich. Solche Anstriche dürfen nicht einfach mechanisch bearbeitet werden; hier ist eine fachgerechte Entsorgung vorgeschrieben. Ein Schnelltest-Kit aus dem Baumarkt gibt in wenigen Minuten Auskunft.
Schritt für Schritt: Betonboden abbeizen
Kehren Sie den Boden gründlich, damit keine Kiesel oder groben Partikel unter die Fräse geraten – die beschädigen die Klingen sofort. Füllen Sie tiefe Risse und Ausbrüche vorher mit Reparaturmörtel und lassen Sie diesen vollständig aushärten.
Stellen Sie die Fräse auf minimale Tiefe ein und fahren Sie in langen, geraden Bahnen. Wechseln oder drehen Sie die Klingen häufiger als bei Holzarbeiten, da Beton deutlich abrasiver ist. Nach dem ersten Durchgang sehen Sie sofort, wo der Lack noch haftet – diese Stellen fahren Sie nochmals ab, bevor Sie die Tiefe erhöhen.
Am Ende bürsten oder saugen Sie den Schleifstaub vollständig ab. Ein sauberer Betonuntergrund ohne Staub ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass der neue Anstrich, die Grundierung oder die Epoxidharzbeschichtung dauerhaft hält.
Was danach kommt
Frisch abgefräster Beton ist sehr saugfähig. Tragen Sie vor dem eigentlichen Anstrich immer eine Tiefengrundierung auf, die den Untergrund verfestigt und die Saugfähigkeit ausgleicht. Ohne Grundierung zieht ein Epoxid- oder Garagenbodenfarb-Anstrich ungleichmäßig ein und hält schlechter. Lassen Sie die Grundierung vollständig trocknen – das dauert je nach Produkt und Temperatur zwischen 4 und 24 Stunden.