Parkettböden sind robust, aber irgendwann sieht selbst die härteste Versiegelung aus. Der Lack wird matt, bekommt Kratzer, blättert in stark beanspruchten Bereichen ab – und ein neuer Anstrich auf altem Untergrund hält erfahrungsgemäß nicht lange. Die Lösung ist, den alten Lack vollständig zu entfernen, bevor neu geölt, gewachst oder lackiert wird. Eine Lackfräse ist für diese Arbeit oft besser geeignet als ein Exzenterschleifer, weil sie die Oberfläche gleichmäßig abhebt statt nur abzuschleifen – das Holz bleibt dabei flacher und die Maserung wird nicht aufgeraut.

Ist eine Lackfräse für Parkett geeignet?

Das kommt auf die Parkettart an. Bei Massivparkett mit einer Nutzschicht von mindestens 4–5 mm ist eine Lackfräse eine gute Wahl. Bei Fertigparkett sollten Sie vorsichtig sein: Hier ist die Nutzschicht oft nur 2–3 mm dünn, und jeder Abtrag bringt Sie näher an die Trägerschicht. Messen Sie im Zweifel die Restschichtstärke an einer unauffälligen Stelle – zum Beispiel unter einer Heizkörperverkleidung.

Ebenfalls wichtig: Die Lackfräse arbeitet mit sehr geringer Schnitttiefe (0–0,3 mm pro Durchgang). Das ist beim Parkett eher ein Vorteil als ein Nachteil, weil Sie so kontrolliert vorgehen können, ohne versehentlich zu viel abzutragen.

Vorbereitung – das sollten Sie zuerst erledigen

Räumen Sie den Raum vollständig aus. Schleifstaub und Lack­partikel verteilen sich überall, also Türspalten mit Klebeband abdichten und empfindliche Elemente wie Heizkörper abdecken. Tragen Sie eine Atemschutzmaske – beim Abbeizen alten Lacks können je nach Baujahr des Hauses Lösungsmittelrückstände oder im schlimmsten Fall Asbest-haltige Altanstriche vorhanden sein. Bei Häusern vor 1990 lohnt sich ein Schnelltest, bevor Sie loslegen.

Prüfen Sie außerdem den Boden auf abstehende Nägel oder lose Dielen. Ein abstehender Nagelkopf kann die Klingen der Lackfräse beschädigen – drücken Sie lose Nägel mit einem Nageleintreiber bündig in das Holz.

Schritt für Schritt: Parkett abbeizen

Stellen Sie die Schnitttiefe der Lackfräse zunächst auf den kleinsten Wert ein. Fahren Sie die erste Bahn in Längsrichtung der Diele – also mit der Maserung, nicht quer dazu. Quer zur Maserung zu fräsen hinterlässt Spuren, die sich später kaum noch unsichtbar schleifen lassen.

Arbeiten Sie Bahn für Bahn mit etwa 50 % Überlappung, damit keine Streifen entstehen. Wenn der alte Lack nach dem ersten Durchgang noch nicht vollständig entfernt ist, stellen Sie die Tiefe minimal nach und wiederholen den Vorgang. Mehrere dünne Durchgänge sind immer besser als ein einziger tiefer.

Kanten und Ecken erreichen Sie mit der Lackfräse nicht vollständig – dort hilft ein kleiner Schaber oder Heißluftfön. Danach schleifen Sie die gesamte Fläche mit einem 80er-Schleifpapier leicht an, um eine gleichmäßige Oberfläche für den neuen Anstrich zu schaffen.

Nach dem Abbeizen: Was kommt auf das blanke Holz?

Frisch abgebeiztes Parkett ist empfindlich. Tragen Sie den neuen Anstrich so bald wie möglich auf, damit das Holz keine Feuchtigkeit aufnimmt und sich nicht wellt. Öl oder Wachs ziehen tief ins Holz ein und betonen die natürliche Maserung – für viele Parkettarten die schonendere Wahl im Vergleich zu einer geschlossenen Lackschicht. Wenn Sie lackieren möchten, grundieren Sie zuerst und achten Sie darauf, zwischen den Schichten leicht anzuschleifen.

Tipps aus der Praxis

Testen Sie vor dem ersten Durchgang auf einem wenig sichtbaren Bereich – etwa hinter der Tür oder unter einem späteren Möbelstück. So sehen Sie, wie das Gerät auf Ihren Untergrund reagiert und können die Einstellungen anpassen, bevor Sie sich zur Raummitte vorarbeiten. Schlechte Überraschungen in der Raummitte sind ärgerlicher als am Rand.